Zweifel an Schäden vermeiden: So überprüfst du das Auto bei der Anmietung

Zweifel an Schäden vermeiden: So überprüfst du das Auto bei der Anmietung

Ob für den Urlaub, den Wochenendausflug oder die Geschäftsreise – wer in Deutschland ein Auto mietet, sollte es vor der Abfahrt gründlich prüfen. Eine sorgfältige Kontrolle kann dich vor unangenehmen Überraschungen schützen, falls später Streit über Schäden entsteht. Immer wieder berichten Mieter, dass sie für Kratzer oder Dellen zahlen mussten, die schon vorher vorhanden waren. Mit etwas Vorbereitung und Systematik kannst du solche Situationen vermeiden und sicherstellen, dass du nur für tatsächliche Schäden haftest.
Beginne mit den Unterlagen
Bevor du überhaupt den Schlüssel drehst, solltest du den Mietvertrag genau lesen. Hier steht, welche Versicherungen enthalten sind und welche Selbstbeteiligung gilt. Achte besonders auf:
- Versicherungsschutz: Ist eine Vollkasko- und Haftpflichtversicherung enthalten? Deckt sie auch Glas-, Reifen- und Unterbodenschäden ab?
- Selbstbeteiligung: Wie hoch ist der Betrag, den du im Schadensfall selbst zahlen musst?
- Tankregelung: Musst du das Auto vollgetankt zurückgeben oder wird der Kraftstoff pauschal abgerechnet?
Diese Details sind entscheidend, wenn es später zu Unstimmigkeiten kommt.
Gemeinsame Fahrzeugkontrolle mit dem Vermieter
Wenn du das Auto abholst, solltest du es immer gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Autovermietung inspizieren. Gehe dabei systematisch vor:
- Karosserie prüfen. Gehe einmal um das Fahrzeug herum und achte auf Kratzer, Dellen oder Steinschläge. Manche Schäden sind nur bei bestimmtem Licht sichtbar – also ruhig mit den Fingern über die Oberfläche fahren.
- Felgen und Reifen kontrollieren. Suche nach Kratzern, Rissen oder ungleichmäßigem Verschleiß. Reifenschäden werden oft übersehen, können aber teuer werden.
- Scheiben und Spiegel ansehen. Auch kleine Steinschläge sollten dokumentiert werden, da sie sich vergrößern können.
- Innenraum checken. Achte auf Flecken, Risse oder fehlendes Zubehör im Innenraum und Kofferraum.
- Kilometerstand und Tankfüllung vergleichen. Diese Angaben müssen mit dem Mietvertrag übereinstimmen.
Lass alle vorhandenen Schäden im Übergabeprotokoll vermerken und unterschreibe erst, wenn alles korrekt eingetragen ist. Bestehe auf einer Kopie des Protokolls.
Mit dem Smartphone Beweise sichern
Ein einfacher, aber sehr wirksamer Tipp: Mache Fotos oder ein kurzes Video vom Auto, bevor du losfährst. Achte darauf, dass Datum und Uhrzeit gespeichert werden. Fotografiere:
- alle vier Seiten des Fahrzeugs
- Felgen, Front- und Heckscheibe
- den Innenraum und das Armaturenbrett
- alle sichtbaren Schäden
Diese Aufnahmen können im Streitfall entscheidend sein. Bewahre sie auf, bis du die Rückgabe bestätigt bekommen hast.
Kontrolle bei der Rückgabe
Auch bei der Rückgabe solltest du das Auto gemeinsam mit einem Mitarbeiter prüfen. Lass dir schriftlich bestätigen, dass keine neuen Schäden festgestellt wurden. Wenn du das Fahrzeug außerhalb der Öffnungszeiten abgibst, dokumentiere den Zustand erneut mit Fotos – inklusive Standort und Kilometerstand.
Notiere außerdem den Tankfüllstand, um nachweisen zu können, dass du die vereinbarte Regelung eingehalten hast.
Deine Rechte als Mieter
Sollte die Autovermietung später behaupten, es seien neue Schäden entstanden, hast du das Recht, Beweise einzusehen. Fordere Fotos und Berichte an und vergleiche sie mit deinen eigenen Aufnahmen. Oft klärt sich ein Missverständnis schnell, wenn du dokumentierte Beweise vorlegen kannst.
In Deutschland kannst du dich bei Streitfällen an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) oder an die Verbraucherzentrale wenden. Diese Institutionen helfen, wenn du dich ungerecht behandelt fühlst.
Wenige Minuten Aufwand – große Wirkung
Eine gründliche Kontrolle dauert kaum zehn Minuten, kann dir aber viel Ärger, Zeit und Geld ersparen. Es geht nicht um Misstrauen, sondern um Fairness und Transparenz. Mit einer systematischen Überprüfung, klarer Dokumentation und einem vollständigen Protokoll kannst du dein Mietauto entspannt übernehmen – und ebenso sorgenfrei wieder abgeben.













